Beschlossene Sache: Cannabis auf Rezept vom Bundestag freigegeben

Beschlossene Sache: Cannabis auf Rezept vom Bundestag freigegeben
Februar 14, 2017 Björn Hülsenbeck
Gesundheitsanwalt in essen Cannabis

Beschlossene Sache: Cannabis auf Rezept vom Bundestag freigegeben

Eine Therapie mit Cannabis kann zukünftig schwerkranken Patienten verschrieben werden. Die Krankenkassen müssen dafür aufkommen.

Cannabis als Medizin? Für manche Schwerkranke ist dies ein wichtiges Arzneimittel. Der Bundestag verabschiedete deswegen eine Gesetzesnovelle, durch welche Patienten – unter bestimmten Umständen – Cannabisextrakte und getrocknete Cannabisblüten auf Kosten der Krankenkasse beziehen können. Diese Regelung soll ab März in Kraft treten.

Laut Hermann Gröhe von der CDU gibt es insbesondere Verbesserungen für Menschen in Palliativversorgung. Innerhalb von drei Tagen muss laut des neuen Gesetzes, der Antrag auf Cannabis genehmigt werden.

Von der Gesundheitsstaatssekretärin Ingrid Fischbach von der CDU wurde erklärt, dass die Patienten nicht komplett austherapiert sein müssen, damit Cannabis verschrieben werden kann. Der Arzt hat nun mehr Handlungsspielraum. Bezahlt wird die Therapie in Zukunft von den Krankenkassen.

Anbau soll staatlich kontrolliert vonstattengehen.

Frank Tempel, der drogenpolitische Sprecher der Linksfraktion, ist für eine “niedrigschwellige Anwendung” von Cannabisprodukten. Laut der Süddeutschen Zeitung sagte Tempel, “Nicht jeder möchte die große Palette vieler kleiner bunter Schmerzpillen austesten, sondern lieber auf natürliche Substanzen wie Cannabis setzen”. Eine Agentur soll das Cannabis staatlich kontrolliert anbauen. Bis diese Agentur eine komplette Versorgung gewährleisten kann, wird das Medizinalhanf durch Importe eingeführt.

Weiterhin nicht erlaubt bleibt der eigene Anbau von Cannabis durch die Patienten. Die Begründung hierfür ist die “Gefahr von mangelnden Qualitäts- und Sicherheitskontrollmöglichkeiten”, so der Gesetzgeber.
Begleitet wird das Projekt durch eine Studie, die die Wirkung von Cannabis weiter aufschlüsseln soll. In dieser Studie arbeiten die Ärzte und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zusammen.

Die Einsatzbereiche von Cannabisprodukten in der Medizin sind groß. Beispielsweise bei Krebs- oder Aidspatienten, sowie bei Multipler Sklerose oder Rheuma finden sie Einsatz. Bis zur Verabschiedung der Gesetzesnovelle war dies sehr teuer für die Patienten, da Krankenkassen nur in seltenen Einzelfällen zahlten und auch die Erlaubnis, Cannabisprodukte zu erwerben, nur spärlich vergeben wurde.

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