Unfallversicherung

Bei einer privaten Unfallversicherung geht es immer um hohe Geldleistungen aufgrund eines Unfallschadens. Den Versicherern bieten sich zahlreiche Einfallstore: Es fängt schon mit dem Unfallereignis an:

Ein Unfall liegt vor, wenn die versicherte Person durch ein plötzlich von außen auf ihren Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet.

Hieran knüpfen sich zahlreiche Probleme:

  • Ist es „von außen“ passiert, wenn ich stolpere und stürze?
  • Wie lange ist „plötzlich“?
  • „auf ihren Körper“ – was ist mit psychischen Unfallschäden?
  • Ist es „unfreiwillig“, wenn ich mich einer Gefahr bewusst ausgesetzt habe? Z.B. bei Risikosportarten?

Wenn diese Hürde genommen ist gibt es zahlreiche weitere: Die Unfallmeldung muss innerhalt einer bestimmten Frist erfolgen. Innerhalb einer weiteren Frist muss ein Arzt schriftlich einen unfallbedingten Dauerschaden feststellen. Die Fristen sind den Allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen zu entnehmen, die zu dem Vertrag gehören (AUB). Ein Fristablauf kann dazu führen, dass man alle Ansprüche verliert.

Danach beginnt der medizinische Teil, die Bestimmung des Invaliditätsgrades. Grundlage ist die sogenannte „Gliedertaxe“ in den AUB. Der Versicherer holt alle erdenklichen (auch älteren) Arztbefunde ein. Er will überprüfen, ob ggf. schon Vorschäden vorhanden waren, oder ob im Vorfeld falsche Angaben gemacht wurden. Danach beauftragt der Versicherer einen Gutachter, der letztlich den Invaliditätsgrad bestimmt. Hier ist höchste Vorsicht geboten: Die Gutachten müssen auf Widersprüche, Vollständigkeit und Plausibilität überprüft werden. Zudem muss geprüft werden ob Begutachtungsregeln eingehalten wurden.

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